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99 arbeitslose Saarländer weniger, dafür sind viele bedrohte Arbeitsplätze hinzugekommen

29. Juni 2018 -

Die offizielle Arbeitslosenstatistik weist 32.011 arbeitslose Saarländer im Mai 2018 und 31.912 arbeitslose Saarländer im Juni 2018 aus. 99 Personen weniger in Arbeitslosigkeit.. Die akut bedrohten Stellen beim LSVS, bei Neue Halberg-Guss und bei Eberspächer finden keinerlei Berücksichtigung, denn Prognosen gibt auch diese Statistikausgabe nicht. Dafür findet man die Verbesserung um 99 Personen nicht direkt, sondern es wird die Verbesserung zum Vorjahresmonat um -2.015 ausgewiesen. Klingt auch besser, bringt nur nicht wirklich etwas. Und selbstverständlich erfahren wieder alle kranken Arbeitslosen iSd. §146 SGB III, Arbeitslose in sogenannten Arbeitsgelegenheiten, in Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen und all jene, die älter als 58 sind und somit Arbeitslosengeld II beziehen keine Berücksichtigung. Sowie alle Arbeitslosen in Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, also in deren Fällen private Arbeitsvermittler tätig sind.

„In dieser intransparent gestalteten Statistik, deren Erstellung sicherlich nicht kostenlos zu haben ist, fallen durch Definitionsspielchen im Juni 17.202 Saarländer einfach aus der Betrachtung. Nur damit man 31.912 statt der tatsächlichen 49.114 Saarländer in Arbeitslosigkeit vermelden kann. Immerhin kann man bislang eine geringe positive Entwicklung erkennen. Doch um diese zumindest zu stabilisieren, bedarf es dringend weiter auch arbeitspolitischer Maßnahmen. Dies allein schon mit Hinblick auf die akut bedrohten Arbeitsplätze im Saarland. Und davon gibt es reichlich.“, so Andreas Neumann, stv. Landesvorsitzender DIE LINKE. Saar. „Hier steht die Politik genauso in der Pflicht, wie es Gewerkschaften und Unternehmen sind. Die Gewerkschaften erledigen ihren Part teilweise schon seit Wochen, die Unternehmen bekleckern sich derweilen nicht mit Ruhm, aber die Politik ist noch deutlich in der Bringschuld. Und selbst wenn die Stabilisierung greifen sollte, bleibt es trauriger Fakt, dass noch immer fast 50.000 Saarländer in Arbeitslosigkeit und prekären Einkommenssituationen sind. Und echte Konzepte und Leitinvestitionen vernimmt man von den Regierungsparteien -CDU und SPD- nicht.“