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Es braucht mehr als eine rein ideelle Aufwertung der Berufsbilder

29. November 2018 -

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) wirbt mit einer blau-weiß-roten Schutzschleife für mehr Solidarität mit Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften. Dies wurde nun in einer groß angelegten Aktion der Öffentlichkeit verkündet. Es schadet auch nicht, den sowieso schon bei 90 % der Bevölkerung vorhandenen Respekt, die Solidarität und Zustimmung auf diese Weise sichtbar zu machen. Problematisch wird es allerdings dann, wenn von dieser Aktion - wie von vielen befürchtet - am Ende nichts anderes als Effekthascherei übrig bleibt, auf die beschwichtigende Pseudobotschaft: ‚Schaut her, wir tun doch was‘ nur Tatenlosigkeit folgt oder die Ursache von Problemen nicht beseitigt werden.

Das Thema innere Sicherheit und Pflege brennt vielen Menschen unter den Nägeln; viele Menschen haben das Gefühl, das Leben in unserer Gesellschaft wird zunehmend unsicherer und gefährlicher; die Pflegequalität in Krankenhäusern und Heimen nehme stetig ab. Personalabbau, schlechte Arbeitsbedingungen, personelle Unterbesetzung und eine zu geringe Entlohnung in diesen Bereichen tragen zu diesen Befürchtungen, Beobachtungen oder Erlebnissen bei. Was wir in erster Linie brauchen, sind also nicht lustige, bunte Schleifchen, sondern faire und gute Löhne, eine angemessene Personalausstattung und damit einhergehende bessere Arbeitsbedingungen in diesen Berufsbildern.

„Der beste Schutz gegen Gewalt gegen Polizisten im Einsatz sind nämlich nicht höhere Strafen, wie der Innenminister es auch fordert, sondern immer noch die entsprechende Schulung und personelle Ausstattung. Die beste Garantie für eine gute Pflege sind zufriedene, nicht überlastete und unterbezahlte Pflegekräfte. Die besten Feuerwehrleute sind ausgeschlafen und eben nicht völlig überlastet. Sie finden gute Arbeitsbedingungen und eine ausreichende Anzahl von Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz und Einsatzort vor.“, so Patricia Schumann. „Die Saarlinke fordert daher nicht nur die ideelle Aufwertung dieser Berufsbilder, sondern die Schaffung zusätzlicher Stellen, gerechte Löhne und gute Arbeitsbedingungen!“